Ihr Betrieb aus der Luft: Wie können Sie Satellitenbilder nutzen?

Die Fernerkundung macht große Fortschritte und bietet mit den Neuerungen der letzten Monate deutlich bessere Möglichkeiten in der Beobachtung von Geschehnissen und Veränderungen auf der Erde.
Für die Landwirtschaft ergeben sich dadurch zusätzliche Möglichkeiten in der Bewirtschaftung und im Kulturmonitoring. Bislang werden Satellitenbilder jedoch von den wenigsten landwirtschaftlichen Betrieben in die Planung mit einbezogen.

Unser Ziel besteht darin, dass die Daten aus der Fernerkundung jedem Landwirt auf einfachste Art und Weise zur Verfügung stehen und jeder von den Vorteilen dieser Technologie profitieren kann. Momentan arbeiten wir an einer Schnittstelle, über welche Sie automatisch aktuelle Satellitenbilder zu Ihren Flächen abrufen können. Hier erklären wir Ihnen die Vorteile, die dadurch für Sie entstehen.

1. Was sehe ich auf Satellitenbildern zusätzlich?

Satellitenbilder können auf unterschiedliche Art und Weise prozessiert werden, um die gewünschten geographischen oder biologischen Aspekte der Erdoberfläche abzubilden. Die Bilder können Probleme wie Wasserstress oder Nährstoffdefizite aufzeigen, die von blossem Auge nicht oder noch nicht erkennbar sind. Zudem vermitteln sie einen raschen Gesamtüberblick über die aktuelle Situation im Feld. Das normale RGB-Bild, welches links oben aufgeführt ist, zeigt die ausgewählte Fläche in der natürlichen Farbwarnehmung des Menschen. Das NIR-Bild zeigt die Wellenlängen im nahen Infrarot-Bereich und hilft die Vitalität der Pflanzen auszumachen, da Chlorophyll in diesem Bereich eine höhere Reflektivität besitzt. Auch NRG-Bilder sind eine beliebte Art zur Darstellung von Satellitenbildern, bei welchen der nahe Infrarot-Bereich rot abgebildet wird. Mit diesem Trick lassen sich einzelne Kulturen und Spezies besser erkennen. Dazu können mit den meisten Satellitenbildern zusätzliche Kulturindikatoren berechnet werden, wie zum Beispiel ein NDVI, das in vielen Applikationen zur Optimierung der Düngung herangezogen wird.

Satellitenbilder_AgriCircle
Abb. 1: RGB, NIR, NRG und NDVI im Vergleich (Gutermuth 2015: 17)

2. Schnelle und großflächige Verfügbarkeit der Bilder

Satellitenbilder bieten im Gegensatz zu Drohnenbildern den großen Vorteil, dass Sie in regelmäßigen Abständen automatisch erstellt werden. Die Bilder sind ohne Aufwand auf Seiten des Landwirts verfügbar. Mithilfe der Satellitenbilder können große Gebiete gescannt werden und die Bilder können als Ergänzung und Bestätigung der Erkenntnisse aus direkten Kontrollen im Feld genutzt werden.

3. Vorteile für Ihren Betrieb

Der Einsatz von Satellitenbildern bietet auch für Ihren Betrieb Vorteile. Über die Bilder lässt sich die Photosynthese-Stärke der Pflanzen messen. Weiter können die Bilder genutzt werden um Auswinterungsschäden, Lagerungsprobleme oder wachstumsschwache Bereiche in Ihren Feldern zu identifizieren und frühzeitig die geeigneten Maßnahmen vorzubereiten. Da Satellitenbilder für lange Zeitperioden verfügbar sind, können sie optimal für Langzeitanalysen verwendet werden, welche die Auswirkungen unterschiedlicher Bewirtschaftungsmethoden aufzeigen. Mithilfe von Biomasse- und Index-Karten können Sie spezifische Applikationskarten  für jede Maßnahme auf Ihren Feldern erstellen.

In einem nächsten Beitrag erläutern wir Ihnen, welche qualitativen und technischen Unterschiede zwischen Satellitenbildern von verschiedenen Anbietern bestehen und welche Bilder bei AgriCircle verwendet werden.

Momentan suchen wir zudem nach Teilnehmern für eine Pioniergruppe zum Test von Satellitenbildern. Sie sind interessiert? Wollen Sie mit Ihrem Betrieb von den neuen Kenntnissen profitieren? Melden Sie sich direkt über das Kontaktformular bei uns.